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Blicke hinter die Fassade
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Die beiden Künstler, welche die „Hollfelder Kulturfreunde e.V.“ für die zweite Quartalsausstellung gewinnen konnten, sind keine Unbekannten in Hollfeld. Sowohl Petra Deta Weidemann als auch Sven Hamann waren für die große Internationale Kunstausstellung „Rot“ im vergangenen Jahr ausgewählt worden und Sven Hamann war auch 2007 bei der 29. Internationalen Kunstausstellung in Hollfeld vertreten gewesen. Nun ist ihnen eine gemeinsame Ausstellung im Ideenhaus in der Eiergasse gewidmet, in welcher sich die Besucher ein detailliertes Bild von den Arbeiten der beiden Künstler machen können. Petra Deta Weidemann hatte in der vergangenen Internationalen Kunstausstellung mit ihrem „alten roten fliegenden Stuhl“ Aufsehen erregt, denn dieser Stuhl hing schwebend und schwerelos an der Wand. In der aktuellen Ausstellung hat sie weitere „fliegende“ Arbeiten hinzugefügt. Eine Bank, ein Mülleimer und zahlreiche Figuren zieren die Wände des ersten Ausstellungsraumes. Hier die menschenleeren Objekte, dort die gesichtslosen Figuren, die allein oder paarweise in scheinbar alltäglichen Situationen verharren. Doch der Zustand des Schwebens scheint ins Stocken geraten zu sein. Einer Momentaufnahme gleich ist eine Situation festgehalten und der Betrachter wartet förmlich darauf, dass sich die Bewegung fortsetzt. Es ist dieser unkonventionelle Umgang mit der Positionierung der Objekte, mit dem Material, der den Reiz ihrer Arbeiten ausmacht. Im „roten Saal“ zeigt Sven Hamann seine Arbeiten, die unverkennbar seine Herkunft aus der Architektur belegen. Der Künstler hatte nach seinem Architekturstudium zunächst in diesem Beruf gearbeitet, bevor er 2002 den Schritt in die Existenz als freischaffender Künstler wagte. In seinen Arbeiten reduziert und abstrahiert er die Gebäude und gewinnt auf diese Weise eine ungewohnte Perspektive auf die Objekte. In klaren Formen und verschiedenen Materialien versucht er, den Blick hinter die Fassade der Gebäude zu lenken. Parallel zur Malerei fotografiert Sven Hamann, da er nach eigener Aussage verschiedene Aspekte auf diese Weise besser transportieren kann als dies mit der Malerei für ihn möglich ist. Sven Hamann will, dass sich die Menschen stärker dem Thematik Architektur widmen. Er wünscht sich eine stärkere Auseinandersetzung mit „der räumlichen Hülle, die uns als Menschen umgibt.“ Seine Arbeiten sind sicherlich ein Weg, diese Auseinandersetzung zu fördern. In der Ausstellung im Ideenhaus zeigt sich, dass das, was auf den ersten Blick nur wenige Gemeinsamkeiten aufzuweisen scheint, bei näherer Betrachtung einen inneren Zusammenhang erhält. Während Sven Hamann abstrahierende Architekturformen zeigt, präsentiert Petra Deta Weidemann auf gänzlich andere Weise jene Elemente, die Architektur begleiten oder sie beleben.
Barbara Pittner
Die II. Quartalsausstellung der „Hollfelder Kulturfreunde e.V.“ ist noch bis 30. Juni 2009 im Ideenhaus in der Eiergasse zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag von 13 Uhr bis 17 Uhr, sonntags von 14 Uhr bis 16 Uhr.
Barbara Pittner
04.04.2009
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