III. Quartalsausstellung 2009

Kleinformatige, scheinbar verschwommene Bilder ziehen den Blick auf sich und fordern den Besucher dazu auf,  näher an die Exponate heranzutreten. Die Versuchung ist groß, in dem ersten Raum der dritten Quartalsausstellung der Hollfelder Kulturfreunde e.V. stehen zu bleiben und sich eingehend mit dem „Geheimnis der Unbeständigkeit“ auseinander zu setzten. So nennt Stéphanie Uhres ihr jüngst entstandenes Werk, mit dem sie sich im Ideenhaus in der Eiergasse in Hollfeld präsentiert. Ihr malerisches Interesse, so sagt die Künstlerin selbst, widmet sie dem „Gegensatz von Transparenz und Dichte.“ Sie spielt mit der Differenz zwischen „transparenter Farbe wässriger Konsistenz mit Tiefenleuchtkraft“ und einer „dichten monochromen Fläche mit Oberflächenleuchtkraft“. Die Künstlerin, die in Luxemburg geboren wurde und heute in Köln lebt und arbeitet, hat für diese neunteilige Reihe Fotografien aus dem Alltag genommen, sie zeichnerisch bearbeitet und dann mehrfach mit Leim bestrichen. Einem Schleier gleich überzieht der Leim die Aufnahmen und verleiht ihnen eine Distanz zu dem Betrachter, da der unmittelbare Blick auf die Objekte genommen wurde. Das Gesicht, die Konturen der fotografierten Personen und Gegenstände scheinen zu zerfließen und wirken zugleich in dem einen Augenblick gebannt. Mit dieser Technik verfolgt Stéphanie Uhres ein Konzept zur Kunst, das sich in einem ersten Schritt auf sie selbst bezieht. Durch den Prozess des Malens versucht die Künstlerin den Inhalt des Bildmotivs besser verstehen zu lernen. Erst in einem zweiten Schritt will sie dem Betrachter eine Botschaft übermitteln. „Meine Sichtweise“, so die Künstlerin, „ soll für jeden zugänglich werden, damit der Betrachter eine Möglichkeit bekommt, seinen Standpunkt zu umfahren, Dinge einmal anders zu sehen.“
In der Weise, in welcher Transparenz und Dichte für Stéphanie Uhres eine entscheidende Rolle in ihren Arbeiten spielen, nimmt das Licht eine zentrale Position in den Arbeiten von Benjy Barnhart  ein, dessen Bilder im „Roten Salon“ im Ideenhaus zu sehen sind. Großformatige Öl- und Kohlemalereien entladen ihre wirkungsvolle Wucht auf den Ausstellungsbesucher. An zentraler Stelle hängt „Actaeon“, in dem der amerikanische Künstler auf den Mythos des böotischen Heros zurückgreift, der auf der Jagd Artemis im Bade überraschte, von ihr in einen Hirschen verwandelt und daraufhin von seinen eigenen Hunden zerrissen wurde. Weitaus weniger gewalttätig zeigen sich seine Kohlearbeiten, wie „Schwimmverbot“ oder „Freie Fahrt“. Insbesondere in diesen Arbeiten zeigt sich, wie aufmerksam der Künstler seine Umwelt wahrnimmt.  In seinen Bildern will der aus Virginia stammende Künstler den Zusammenhang zwischen den „Menschen und seiner Umwelt“ aufzeigen. Diese Situationen und Zusammenhänge bilden die Folie, vor der er seine eigene Sicht der Dinge reflektiert und künstlerisch wiedergibt.
Beide Künstler stellten bereits mehrfach im Rahmen der Internationalen Kunstausstellungen der Hollfelder Kulturfreunde e.V. in Hollfeld und Freienfels aus. Zuletzt im vergangenen Jahr, in dem sie zu den Preisträgern gehörten. In ihrer gemeinsamen Ausstellung im Ideenhaus in der Eiergasse 13 sind ihre Arbeiten noch bis 30. September 2009 zu sehen.

Die Öffnungszeiten der Austellung sind dienstags und donnerstags von 13 bis 17 Uhr und sonntags von 14 bis 16 Uhr.

Barbara Pittner

Barbara Pittner
06.07.2009

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